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Gesundheit Sonderteil

Vorwort

Nach einigen Jahren Zuchterfahrung stolpert man über die ein und anderen Probleme – unter Züchtern und
auch der Tiere.

Zucht bedeu28._April_07_040tet eigentlich nichts anderes als vermehren. Hinter dem Wort „vermehren“ steckt beim „züchten“ aber durchaus mehr als das man im ersten Moment vermutet. Züchten kostet unwahrscheinlich viel Zeit und Arbeitsaufwand. Als Züchter muss man mit einer guten Basis anfangen können, es muss also auch gut eingekauft werden. Die Anpaarungen müssen bzw. sollten gut überlegt sein und das Warten auf das neue Leben dauert seine Zeit. Muttertiere müssen während der Tragzeit gut umsorgt werden. Und nach der Geburt geht die Züchterarbeit erst richtig los: Fohlenschau, Fohlenkennzeichnung und die Aufzucht. Alles Zeit, die verstreicht und investiert werden muss, um mit seinem Zuchtprodukt, wenn es endlich dreijährig ist, weiter züchten zu können. Gerade Zeit und Arbeitsaufwand lassen sich hier kaum mehr in einem „Verkaufspreis“ zusammenfassen.

Am aller wichtigsten ist meiner Meinung nach, was viele unterschätzen oder falsch einschätzen, dass ein
Züchter nicht nur gut züchten sollte sondern auch gut selektieren muss. Jeder Züchter hat meist sein eigenes Idealziel, welches er sich gesetzt hat. Und nicht jedes Fohlen entspricht diesem selbst gesetzten Ziel. Als Züchter muss man auch verkaufen können, eben selektieren. Was nicht gleich bedeutet, dass alle Verkaufstiere einen Makel haben. Sie passen eben nicht oder nicht mehr in das persönliche Zuchtziel, aber dafür passen diese Tiere gut zu einem anderen Züchter. Der eine Züchter bevorzugt einen leichteren Typ, der andere eher den schweren Typ. Die Geschmäcker sind unterschiedlich und so gibt es meist etwas zu verkaufen. Als Züchter, der gerne Aufzucht betreibt kommt natürlich auch immer frisches Blut nach und stapeln kann man seine Tiere leider auch nicht und man muss allen auch noch gerecht werden können. Einen gewissen „Handel“ betreibt in dieser Hinsicht jeder Züchter.

Ab und an gibt es natürlich auch wirklich Tiere, die nicht in die Zucht sollten. Aber das kann man den wenigsten Verkaufstieren unterstellen.

Unter „Border-Linis“ möchte ich ein paar kritische Themen in der Mini-Zucht ansprechen. Egal ob Miniature Horses, Mini-Shetlands, Falabellas oder sonstige kleine Rassen, es betrifft die meisten kleinen Miniatur-Ponys/Pferde.

Leider werden solche Themen kaum angesprochen und Neulinge in der Züchterszene oder auch einfach nur Privatpersonen als Käufer bekommen von diesen Themen kaum etwas zu hören.

Meiner Meinung nach ist Aufklärung die Beste Zuchtarbeit die man leisten kann!


  • Patella, fixierte Kniescheibe (Patellafixation)
Vielen Pferdebesitzern ist dies gänzlich unbekannt. Deshalb ist dies ein Punkt der beim Shetty-Kauf natürlich auch nicht beachtet wird. Bei Pferden kommen Knieprobleme auch einmal vor, werden dort aber nicht als so dramatisch empfunden wie bei den Kleinen. Grundsätzlich sind Knieprobleme eine Ursache des Wachstums und bis ein Pony/Pferd ausgewachsen ist sollte man daraus keinen Elefanten machen.

Auf folgender Seite finden Sie, meiner Meinung nach, eine spitzen Erklärung zum Thema Patella.
(Klicken Sie auf den roten Satz)

  • Klein, klein – eine Qualzucht?

Viele interessieren sich für die Kleinen, weil sie so klein sind. Das ist auch das faszinierende an dieser Rasse. Die Ponys sind winzig und haben aber alles was ein großes Pferd auch hat. Man sollte hierbei aber auch daran denken, dass „Klein-kleiner-am kleinsten“ und das Motto „Klein-Klein, Hauptsache klein“ weder dem Tier noch dem Besitzer etwas bringt.

Die Zucht von sehr kleinen Tieren ist sehr schwierig, da die lebend-Geburtenrate sehr gering ist. Wir züchten deshalb lieber im größeren Bereich (über 80cm), haben aber auch ein paar kleine Stuten hier laufen, deren Zuchteinsatz eben gut durchdacht werden sollte. Es gibt natürlich auch kleine Stuten, die keine Abfohlprobleme haben, Ausnahmen bestätigen die Regel!

Hier möchte ich aber gerne ein Tabu-Thema ansprechen: Zwerge!

Auch unter Züchterhand „Dackel“ genannt. Ein jeder Züchter hatte garantiert schon so ein Fohlen, würde es aber nicht offiziell zugeben wollen. Dies ist ein recht umfangreiches Thema, worüber man viele Seiten füllen könnte. Kurz gehalten sagt man, dass Zwerge/Dwarfs oder Dackel Überzüchtungen sind. Erfahrungsgemäß kann ich aber sagen, dass solche Zwerge auch aus Linien fallen, von denen man es nicht vermutet hätte. Deshalb nutzt es meiner Meinung auch nicht eine Mindestgröße in die Zucht einzuführen.

Zwerge haben eine geringe Lebensdauer. Vom Körperbau sehr lang und eben zwergenwüchsig, extrem x-Beinig vorne wie hinten, der Unterarm meist extrem kürzer als das Röhrbein.

Hier ein paar Fotos:

Dwarf1 dwarf2 dwarf3 dwarf4

Und hier ein paar Links, für diejenigen, die sich darüber genauer informieren möchten:

http://barncam.de/smf/index.php/topic,1517.0.html
http://www.mini-horse.org/dwarf_horse_types.html
http://www.littlemagicshoes.com/page5.html
http://www.minibreeders.com/horsieheaven/
http://www.minibreeders.com/horsieheaven/index2.html
http://www.minibreeders.com/horsieheaven/index3.html
http://www.eltiempo.com/archivo/documento/MAM-303257


  • Vermutete Genmanipulation

Auch ganz wenigen bekannt ist, dass wohl genau die bekannten kleinen Rassen der „Falabellas“ und der „Bermann Ponys“ durch Genmanipulation entstanden sind. Herr Ignacio Bermann hat so nicht nur kleine Ponys sondern auch kleine Kühe und Schafe gezüchtet.

Hier ein Bericht der Stuttgarter Zeitung vom 14.01.1995:


Die Mini-Kuh der Pampa

Ein Argentinier hat eine Kuh gezüchtet, die nur 45 Kilogramm wiegt und eine Körperhöhe von lediglich 67 Zentimetern besitzt. Dem Mann namens Ignacio Bergmann gelang diese Züchtung nach eigenen Angaben durch die Manipulation eines Wachstumsgens. Angeblich ist seine Kuh die kleinste der Welt. Demnächst will Bergmann ein noch kleineres Rind vorstellen, das die Mini-Kuh "Rosita" im Juli zur Welt bringen soll. dpa